Welche Anforderungen stellt die DIN 14095 an Feuerwehrpläne?
Die DIN 14095 legt Mindestanforderungen an die Bestandteile, den Inhalt und die Ausführung von Feuerwehrplänen fest — aktuell in der Ausgabe DIN 14095:2025-07, die die Fassung 2024-02 ablöst. Gefordert sind unter anderem allgemeine Objektinformationen, ein Übersichtsplan und ein Geschossplan je Geschoss, die Formate DIN A4 hoch oder DIN A3 quer, ein einheitlicher Maßstab für alle Geschosspläne, festgelegte Signalfarben sowie graphische Symbole nach DIN 14034-6. Der Plan ist in der Regel im Einvernehmen mit der zuständigen Brandschutzdienststelle beziehungsweise Feuerwehr zu erstellen und mindestens alle zwei Jahre auf Aktualität zu prüfen (Stand: Juli 2026).
Welche Ausgabe der DIN 14095 ist aktuell und was regelt sie?
Die aktuell gültige Ausgabe ist DIN 14095:2025-07 mit dem Titel "Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen". Das Dokument umfasst rund 28 Seiten und wurde vom Arbeitsausschuss NA 031-04-02 AA "Bauliche Anlagen und Einrichtungen" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen erarbeitet. Es ersetzt die Ausgabe DIN 14095:2024-02.
Für die Einordnung ist ein verbreitetes Missverständnis wichtig: Häufig wird die Ausgabe 2025-07 so dargestellt, als löse sie unmittelbar die jahrelang maßgebliche Fassung DIN 14095:2007-05 ab. Das trifft in dieser Form nicht zu. Die inhaltliche Neufassung erfolgte bereits im Februar 2024; die Ausgabe 2025-07 ist demgegenüber ein deutlich kleinerer, überwiegend anpassender Schritt. Wer heute noch mit Plänen nach der Fassung 2007-05 arbeitet, liegt also zwei Normstände zurück.
Gegenstand der Norm sind Mindestanforderungen an die Bestandteile eines Feuerwehrplanes, an den Planinhalt und an die Ausführung. Feuerwehrpläne sind dabei Führungsmittel für die Einsatzkräfte: Sie unterstützen die Einsatzvorbereitung, die schnelle Orientierung und Lagebeurteilung an der Einsatzstelle sowie die Dokumentation. Die Norm gliedert sich in Anwendungsbereich, normative Verweisungen, Begriffe, allgemeine Anforderungen, Art der Pläne und Planinhalt sowie Ausführung; hinzu kommen der informative Anhang A mit einem Musterplan und ein informativer Anhang B zur georeferenzierten Darstellungsform.
- Aktuelle Ausgabe: DIN 14095:2025-07 "Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen", rund 28 Seiten
- Ersetzt: DIN 14095:2024-02 — nicht unmittelbar die alte Fassung 2007-05
- Herausgeber: Arbeitsausschuss NA 031-04-02 AA im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen
- Regelungsgegenstand: Mindestanforderungen an Bestandteile, Planinhalt und Ausführung
- Zweck: Führungsmittel für Einsatzvorbereitung, Orientierung, Lagebeurteilung und Dokumentation
- Aufbau: sechs Abschnitte plus informativer Anhang A (Musterplan) und Anhang B (georeferenziert)
Quellen: DIN Media — DIN 14095:2025-07 Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen , FeuerTrutz — Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen: DIN 14095 überarbeitet (Ausgabe 2025-07) , DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02)
Was hat sich mit den Neufassungen 2024 und 2025 geändert?
Die Ausgabe 2025-07 bringt vor allem eine Anpassung an die zwischenzeitlich überarbeitete Symbolnorm. Der informative Anhang A mit dem Beispiel für die Bestandteile eines Feuerwehrplanes wurde als Musterplan erneuert und an die Ausgabe der DIN 14034-6 vom Juni 2024 angepasst. Ergänzend wurden die normativen Verweisungen aktualisiert, Literaturhinweise ergänzt und der Text redaktionell überarbeitet. Auf den grundsätzlichen inhaltlichen Aufbau eines Feuerwehrplans wirken sich diese Änderungen nach Einschätzung aus der Fachpresse nur begrenzt aus.
Der eigentliche Sprung liegt in der Ausgabe 2024-02 gegenüber der Fassung 2007-05. Dort wurde der Anwendungsbereich präzisiert, die Begriffe wurden ergänzt und die verschiedenen Arten der Pläne sowie die Planinhalte vollständig überarbeitet. Die Objektinformationen und die textlichen Erläuterungen wurden neu geordnet und auf das Wesentliche begrenzt. Der frühere informative Anhang mit Rechtsgrundlagen und technischen Regeln ist entfallen, der Beispielkatalog für die Bestandteile wurde aktualisiert, und neu aufgenommen wurde ein informativer Anhang zu Feuerwehrplänen in georeferenzierter Darstellungsform. Außerdem wurden Näherungswerte für RGB und CMYK zu den Planfarben ergänzt, was die digitale Umsetzung erleichtert.
Zwei Punkte haben besonders praktische Wirkung. Zum einen sollen die Bezeichnungen in anderen brandschutzbezogenen Unterlagen — etwa in Feuerwehrlaufkarten oder in Flucht- und Rettungsplänen — mit den Bezeichnungen im Feuerwehrplan übereinstimmen; abweichende Raum- oder Bereichsnummern zwischen den Dokumenten sind damit ausdrücklich unerwünscht. Zum anderen ist im Industriebau der Feuerwiderstand tragender und aussteifender Bauteile im Feuerwehrplan zu vermerken.
- Ausgabe 2025-07: Anhang A als Musterplan erneuert und an DIN 14034-6:2024-06 angepasst
- Ausgabe 2025-07: normative Verweisungen aktualisiert, Literaturhinweise ergänzt, redaktionelle Überarbeitung
- Ausgabe 2024-02: Anwendungsbereich präzisiert, Begriffe ergänzt, Plantypen und Planinhalte vollständig überarbeitet
- Ausgabe 2024-02: Objektinformationen und textliche Erläuterungen neu geordnet und gestrafft
- Ausgabe 2024-02: Anhang zu Rechtsgrundlagen entfallen, Anhang zu georeferenzierter Darstellung neu
- Ausgabe 2024-02: Näherungswerte für RGB und CMYK ergänzt
- Bezeichnungen in Laufkarten sowie Flucht- und Rettungsplänen sollen mit dem Feuerwehrplan übereinstimmen
- Industriebau: Feuerwiderstand tragender und aussteifender Bauteile ist zu vermerken
Quellen: FeuerTrutz — Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen: DIN 14095 überarbeitet (Ausgabe 2025-07) , DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02) , DIN Media — DIN 14095:2025-07 Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen
Aus welchen Bestandteilen besteht ein Feuerwehrplan nach DIN 14095?
Die Norm beschreibt den Feuerwehrplan nicht als ein einzelnes Blatt, sondern als ein Set aufeinander abgestimmter Bestandteile. Den Mindestumfang bilden in der Regel die allgemeinen Objektinformationen, ein Übersichtsplan und je Geschoss ein Geschossplan. Die Objektinformationen fassen dabei die Eckdaten zusammen, die eine anrückende Einheit zuerst braucht: Bezeichnung und Anschrift des Objekts, Nutzungsart, Ansprechpartner und Erreichbarkeiten sowie den Stand der Fortschreibung.
Ergänzend kennt die Norm weitere Bestandteile, die je nach Objekt hinzukommen können: textliche Erläuterungen für Sachverhalte, die sich zeichnerisch nicht sinnvoll darstellen lassen, einen Umgebungsplan für das Umfeld der baulichen Anlage sowie Sonderpläne. Zu den Sonderplänen zählen beispielsweise Detailpläne für besonders komplexe Bereiche, eine Dachaufsicht oder Pläne zur Löschwasserrückhaltung. Ob und in welchem Umfang solche Ergänzungen erforderlich sind, hängt von Größe, Nutzung und Gefährdungspotenzial des Objekts ab.
Wichtig ist die Abgrenzung der Ebenen: Die DIN 14095 legt fest, welche Bestandteile ein Plan haben muss und wie sie auszuführen sind. Welche einzelnen Objektinformationen und welche Einrichtungen im Detail einzutragen sind — von Zugängen und Angriffswegen über Löschwasserentnahmestellen, Brandmeldezentrale und Absperreinrichtungen bis zu Gefahrstofflagern —, ist eine eigene, deutlich längere Checkliste und Gegenstand der praktischen Planerstellung. Für die Frage "Was steht drin?" hilft diese inhaltliche Liste; für die Frage "Wie muss es aussehen?" ist die Norm der Maßstab.
- Mindestbestandteile: allgemeine Objektinformationen, Übersichtsplan, Geschossplan je Geschoss
- Objektinformationen: Bezeichnung, Anschrift, Nutzung, Ansprechpartner, Erreichbarkeiten, Fortschreibungsstand
- Optional: textliche Erläuterungen für zeichnerisch schwer darstellbare Sachverhalte
- Optional: Umgebungsplan für das Umfeld der baulichen Anlage
- Optional: Sonderpläne wie Detailpläne, Dachaufsicht oder Löschwasserrückhaltung
- Jeder Plan benötigt eine Legende mit Erläuterung der verwendeten Symbole
- Umfang der Ergänzungen richtet sich nach Größe, Nutzung und Gefährdungspotenzial
Quellen: DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02) , Forum Verlag — Feuerwehrplan nach DIN 14095: Inhalte und grafische Anforderungen , DIN Media — DIN 14095:2025-07 Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen
Welche Formate, Maßstäbe, Farben und Symbole schreibt die Norm vor?
Feuerwehrpläne werden in der Regel im Format DIN A4 hoch oder DIN A3 quer erstellt; bei ausgedehnten Objekten ist eine größere Ausführung mit einer Breite von bis zu 84 Zentimetern zulässig, die dann auf DIN A4 hoch gefalzt wird. Als Untergrund ist Weiß vorgesehen, und die Pläne sollten gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt ausgeführt sein, weil sie im Einsatz unter widrigen Bedingungen benutzt werden. Für alle Geschosspläne eines Objekts ist ein einheitlicher Maßstab zu wählen, und die Darstellung sollte formatfüllend angelegt sein — der konkrete Zahlenwert richtet sich nach der Objektgröße und wird nicht starr vorgegeben.
Damit Entfernungen an der Einsatzstelle abgeschätzt werden können, verlangt die Norm ein Raster oder eine Maßstabsleiste; kenntlich zu machen sind Abstände von 10 Metern, wobei die Rasterlinien an Straßen, Gebäuden und Räumen unterbrochen werden. Für Übersichts- und Umgebungspläne sind gröbere Rasterweiten zulässig. Anders als der Flucht- und Rettungsplan wird der Feuerwehrplan nicht lagerichtig zum Betrachter gedreht, sondern erhält einen Nordpfeil zur Angabe der Himmelsrichtung; die Ausrichtung orientiert sich nach Möglichkeit am Hauptzugang, der bevorzugt an der Unterkante des Plans liegt. Ergänzend sind ein Registriernummernfeld oben rechts (in der Regel mindestens 30 Millimeter breit und 10 Millimeter hoch) sowie ein Schriftfeld unten rechts (in der Regel höchstens 80 Millimeter breit und 30 Millimeter hoch) vorgesehen. Die Schrifthöhe soll mindestens 2 Millimeter betragen, die Kantenlänge der Symbole rund 7 Millimeter.
Die Farbgebung ist nicht frei wählbar, sondern jeder Signalfarbe ist eine feste Aussage zugeordnet. Signalblau steht für Wasserentnahmestellen und Löschwasserversorgung, Signalrot für Gefahrenbereiche und Brandwände, Signalgelb für nicht begehbare Flächen und Signalgrau für Flächen, die von der Feuerwehr begangen werden können. Horizontale Rettungswege werden weißgrün, vertikale Rettungswege verkehrsgrün dargestellt; tragende und raumabschließende Bauteile erscheinen in Schwarz. Seit der Ausgabe 2024-02 enthält die Norm zusätzlich Näherungswerte für RGB und CMYK, was die farbverbindliche Umsetzung in CAD- und Druckprozessen erleichtert.
Die graphischen Symbole sind der DIN 14034-6 "Graphische Symbole für das Feuerwehrwesen — Teil 6: Bauliche Einrichtungen" zu entnehmen, aktuell in der Ausgabe Juni 2024. Genau auf diese Ausgabe wurde der Musterplan im Anhang A der DIN 14095:2025-07 abgestimmt. Wer mit älteren Symbolbibliotheken arbeitet, sollte diese daher prüfen: Die überarbeitete DIN 14034-6 führte unter anderem kleine Zusatzfelder für ergänzende Angaben oder Klassifizierungen ober- beziehungsweise unterhalb der Symbole sowie ein allgemeines Symbol für Bedienstellen ein. Jeder Plan benötigt außerdem eine Legende, die die verwendeten Symbole und Bezeichnungen erläutert.
- Formate: DIN A4 hoch oder DIN A3 quer; bei ausgedehnten Objekten bis 84 cm Breite, gefalzt auf A4 hoch
- Weißer Untergrund, gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützte Ausführung
- Einheitlicher Maßstab für alle Geschosspläne, formatfüllende Darstellung
- Raster beziehungsweise Maßstabsleiste mit 10-Meter-Abständen, an Straßen und Räumen unterbrochen
- Nordpfeil statt lagerichtiger Drehung; Hauptzugang möglichst an der Unterkante
- Registriernummernfeld oben rechts, Schriftfeld unten rechts (in der Regel maximal 80 mm mal 30 mm)
- Schrifthöhe mindestens 2 mm, Symbolkantenlänge rund 7 mm
- Signalfarben mit fester Bedeutung: blau Löschwasser, rot Gefahrenbereiche und Brandwände, gelb nicht begehbar, grau begehbar
- Rettungswege: horizontal weißgrün, vertikal verkehrsgrün; tragende und raumabschließende Bauteile schwarz
- Symbole nach DIN 14034-6:2024-06, Legende auf jedem Plan verpflichtend
Quellen: Forum Verlag — Feuerwehrplan nach DIN 14095: Inhalte und grafische Anforderungen , FeuerTrutz — Feuerwehrpläne nach DIN 14095: Das ist wichtig bei der Erstellung , FeuerTrutz — Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen: DIN 14095 überarbeitet (Ausgabe 2025-07)
Abstimmung mit der Brandschutzdienststelle und Fortschreibung
Ein Feuerwehrplan ist kein Dokument, das man allein am Schreibtisch fertigstellt. Er wird im Einvernehmen mit der zuständigen Brandschutzdienststelle beziehungsweise der örtlichen Feuerwehr erstellt. Fachlich empfohlen wird, den Kontakt zur Genehmigungsbehörde, zur Brandschutzdienststelle und zur Feuerwehr bereits vor Beginn der Planerstellung aufzunehmen — nicht erst zur Abnahme. Der Grund ist praktisch: Viele Feuerwehren und Kreise haben eigene Ausführungsbestimmungen oder Merkblätter zur DIN 14095 veröffentlicht, die etwa die Zahl der Ausfertigungen, den Aufbewahrungsort, die Beschriftung der Planmappe, die Datenformate für die digitale Übergabe oder ergänzende örtliche Darstellungskonventionen regeln. Wer diese Vorgaben erst nachträglich erfährt, arbeitet den Plan doppelt.
Damit verschiebt sich der Prüfmaßstab in der Praxis: Ein Plan ist nicht schon dann brauchbar, wenn er die Norm formal erfüllt, sondern erst dann, wenn die Feuerwehr, die im Ernstfall damit arbeitet, ihn akzeptiert hat. Die DIN 14095 liefert dafür den gemeinsamen Rahmen, innerhalb dessen örtliche Konkretisierungen möglich bleiben.
Feuerwehrpläne müssen dauerhaft mit der Realität übereinstimmen. Die Norm sieht vor, dass sie von einer sachkundigen Person mindestens alle zwei Jahre auf Aktualität geprüft werden. Unabhängig von diesem Turnus ist der Plan unverzüglich anzupassen, wenn sich bauliche Gegebenheiten oder die Nutzung ändern — etwa bei neuen Wänden und Türen, geänderten Zufahrten und Angriffswegen, versetzten Absperreinrichtungen, einer erweiterten Brandmeldeanlage oder neu eingelagerten Gefahrstoffen. Zur Fortschreibung gehört auch der Abgleich mit den übrigen Brandschutzunterlagen, damit Bezeichnungen in Laufkarten und in Flucht- und Rettungsplänen weiterhin zum Feuerwehrplan passen. Die Prüfung sollte dokumentiert werden, damit sie gegenüber Behörde, Feuerwehr oder Versicherer nachweisbar ist.
- Erstellung im Einvernehmen mit der zuständigen Brandschutzdienststelle beziehungsweise Feuerwehr
- Kontakt möglichst vor Planbeginn aufnehmen, nicht erst zur Abnahme
- Örtliche Ausführungsbestimmungen können Ausfertigungen, Aufbewahrungsort und Datenformate regeln
- Prüfung auf Aktualität durch eine sachkundige Person mindestens alle zwei Jahre
- Unverzügliche Anpassung bei baulichen oder nutzungsbedingten Änderungen
- Abgleich mit Feuerwehrlaufkarten sowie Flucht- und Rettungsplänen bei jeder Fortschreibung
- Prüfungen dokumentieren, um die Aktualität nachweisen zu können
Quellen: FeuerTrutz — Feuerwehrpläne nach DIN 14095: Das ist wichtig bei der Erstellung , Forum Verlag — Feuerwehrplan nach DIN 14095: Inhalte und grafische Anforderungen , DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02)
Häufige Fragen zur DIN 14095
Ist die DIN 14095 rechtlich verbindlich und wann ist ein Feuerwehrplan überhaupt Pflicht?
Die DIN 14095 ist zunächst eine private technische Regel und keine Rechtsvorschrift. Sie beschreibt, wie ein Feuerwehrplan auszusehen hat, nicht ob Ihr Objekt einen benötigt. Die Pflicht ergibt sich in der Regel aus dem Landesrecht, insbesondere aus den Sonderbauvorschriften der Länder für Objekte wie Verkaufsstätten, Versammlungsstätten, Beherbergungsstätten, Krankenhäuser, Schulen, Hochhäuser oder Industriebauten, sowie aus Auflagen der Baugenehmigung und Forderungen der Brandschutzdienststelle. Ein häufiger Anlass ist außerdem eine Brandmeldeanlage mit Aufschaltung zur Leitstelle. Da die Anforderungen je nach Bundesland und Objektart unterschiedlich ausfallen, sollten Sie die konkrete Pflicht immer mit der zuständigen Stelle klären. Wird ein Plan verlangt, ist die DIN 14095 der anerkannte Maßstab für seine Gestaltung.
Quellen: FeuerTrutz — Feuerwehrpläne nach DIN 14095: Das ist wichtig bei der Erstellung , DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02)
Wer darf einen Feuerwehrplan nach DIN 14095 erstellen?
Die Norm schreibt keine bestimmte Berufsqualifikation vor, sondern verlangt eine sachkundige Person. Sachkunde bedeutet hier eine geeignete fachliche Ausbildung sowie Kenntnisse und Erfahrung, um einsatzrelevante Gefahren im Objekt zu erkennen und zutreffend darzustellen. In der Praxis sind das häufig Brandschutzbeauftragte, Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz oder spezialisierte CAD- und Brandschutzplaner. Verantwortlich für einen normgerechten und aktuellen Plan bleibt unabhängig davon der Betreiber beziehungsweise Eigentümer der baulichen Anlage. Da der Plan ohnehin mit der Brandschutzdienststelle abzustimmen ist, empfiehlt sich eine Person, die mit den örtlichen Ausführungsbestimmungen vertraut ist.
Quellen: FeuerTrutz — Feuerwehrpläne nach DIN 14095: Das ist wichtig bei der Erstellung , Forum Verlag — Feuerwehrplan nach DIN 14095: Inhalte und grafische Anforderungen
Worin unterscheidet sich der Feuerwehrplan vom Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601?
Die beiden Plantypen haben unterschiedliche Adressaten. Der Feuerwehrplan nach DIN 14095 richtet sich an die Einsatzkräfte und dient der Einsatzvorbereitung und Lagebeurteilung; er ist genordet, arbeitet mit Symbolen nach DIN 14034-6 und wird der Feuerwehr übergeben beziehungsweise an einem vereinbarten Ort im Objekt vorgehalten. Der Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601 richtet sich dagegen an die Gebäudenutzer, wird lagerichtig zum Aushangort gedreht, verwendet Sicherheitszeichen nach ISO 7010 und hängt sichtbar im Gebäude aus. Beide Dokumente sollten aufeinander abgestimmt sein: Die Bezeichnungen von Räumen, Bereichen und Zugängen sollen im Feuerwehrplan, in Feuerwehrlaufkarten und in den Flucht- und Rettungsplänen übereinstimmen.
Quellen: DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02) , Forum Verlag — Feuerwehrplan nach DIN 14095: Inhalte und grafische Anforderungen
Müssen bestehende Feuerwehrpläne nach DIN 14095:2007-05 jetzt ausgetauscht werden?
Eine pauschale Umtauschfrist enthält die Norm nicht. Praktisch spricht jedoch einiges für eine Umstellung, denn zwischen der Fassung 2007-05 und dem heutigen Stand liegen zwei Überarbeitungen: die inhaltliche Neufassung 2024-02 und die Anpassung 2025-07. Vor allem die Symbolik hat sich verändert, weil die DIN 14034-6 im Juni 2024 neu erschienen ist und der Musterplan der aktuellen DIN 14095 darauf abgestimmt wurde. Ein sinnvoller Zeitpunkt ist die ohnehin fällige zweijährige Aktualitätsprüfung oder die nächste bauliche beziehungsweise nutzungsbedingte Änderung. Ob eine Umstellung im Einzelfall verlangt wird, klären Sie am besten direkt mit der zuständigen Brandschutzdienststelle, die den Plan abnimmt.
Quellen: FeuerTrutz — Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen: DIN 14095 überarbeitet (Ausgabe 2025-07) , FeuerTrutz — Feuerwehrpläne nach DIN 14095: Das ist wichtig bei der Erstellung
Was bedeutet die georeferenzierte Darstellungsform im Anhang B?
Mit der Ausgabe 2024-02 wurde ein informativer Anhang zu Feuerwehrplänen in georeferenzierter Darstellungsform aufgenommen; er ist auch in der Ausgabe 2025-07 enthalten. Georeferenziert bedeutet, dass die Plandarstellung mit realen Koordinaten verknüpft ist und sich dadurch in digitale Karten-, GIS- und Einsatzleitsysteme einbinden lässt. Da der Anhang informativ ist, hat er Empfehlungscharakter und begründet keine eigenständige Pflicht. Ob eine georeferenzierte Fassung zusätzlich zum klassischen Plansatz gewünscht oder gefordert wird, hängt von der digitalen Ausstattung der zuständigen Feuerwehr ab und sollte im Rahmen der Abstimmung geklärt werden.
Quellen: DGWZ — Überarbeitete DIN 14095 für Feuerwehrpläne erschienen (Änderungen der Ausgabe 2024-02) , DIN Media — DIN 14095:2025-07 Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen
Wie unterstützt ein spezialisierter Dienstleister bei der Umsetzung der DIN 14095?
Der Aufwand liegt weniger im Zeichnen als in der normgerechten Aufbereitung. Ein spezialisierter CAD- oder Brandschutzplaner übernimmt in der Regel die Aufbereitung vorhandener Bestandspläne oder ein Aufmaß vor Ort, bringt alle Geschosspläne auf einen einheitlichen Maßstab und ein formatfüllendes Layout, setzt Raster, Nordpfeil, Registriernummern- und Schriftfeld normkonform um und arbeitet mit einer aktuellen Symbolbibliothek nach DIN 14034-6:2024-06 sowie den festgelegten Signalfarben. Ebenso zur Leistung gehören typischerweise die Ortsbegehung zur Erfassung der einsatzrelevanten Einrichtungen, die Abstimmung mit der Brandschutzdienststelle einschließlich örtlicher Ausführungsbestimmungen, die Übergabe in den vereinbarten analogen und digitalen Formaten sowie die spätere Fortschreibung aus den vorhandenen CAD-Daten. Weil die Daten dann strukturiert vorliegen, lassen sich die zweijährige Aktualitätsprüfung und der Abgleich mit Laufkarten und Flucht- und Rettungsplänen deutlich einfacher erledigen als bei einer Neuerstellung aus dem Stand.
Quellen: Forum Verlag — Feuerwehrplan nach DIN 14095: Inhalte und grafische Anforderungen , FeuerTrutz — Feuerwehrpläne nach DIN 14095: Das ist wichtig bei der Erstellung