Kann man einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen?
Ja, Sie dürfen einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: Eine bestimmte Ausbildung, Zertifizierung oder Zulassung ist für die Erstellung gesetzlich nicht vorgeschrieben. Verantwortlich für die Normkonformität bleibt jedoch der Arbeitgeber beziehungsweise Betreiber, weshalb faktisch Fachkunde nötig ist – also gesicherte Kenntnisse der DIN ISO 23601:2021-11, der Rettungszeichen nach DIN EN ISO 7010:2020-07 und des vorbeugenden Brandschutzes. Für kleine, übersichtliche Objekte mit vorhandenem Grundriss ist die Eigenerstellung mit CAD-, Fach- oder Office-Software realistisch; bei großen oder verschachtelten Gebäuden lohnt sich häufig ein Fachbetrieb (Stand: August 2026).
Darf man einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen? Fachkunde statt Pflichtqualifikation
Für die Erstellung eines Flucht- und Rettungsplans gibt es keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung und keine vorgeschriebene Ausbildung, Zertifizierung oder behördliche Zulassung. Anders als bei bestimmten Sachverständigen- oder Prüfleistungen darf grundsätzlich jede Person einen solchen Plan zeichnen. Die Frage lautet daher weniger, ob man es selbst darf, sondern ob das Ergebnis den geltenden Normen entspricht und im Ernstfall zuverlässig funktioniert.
Verantwortlich für einen aktuellen, gut lesbaren und normkonformen Plan ist arbeitsstättenrechtlich der Arbeitgeber beziehungsweise Betreiber. Grundlage sind die Arbeitsstättenverordnung und die ASR A1.3 (Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung). Ein fehlerhafter oder veralteter Plan erfüllt seinen Zweck nicht und kann im Schadensfall haftungs- und ordnungsrechtlich relevant werden. Deshalb ist Fachkunde faktisch erforderlich: sichere Kenntnisse der DIN ISO 23601, der Rettungs- und Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010 sowie Grundwissen im vorbeugenden Brandschutz und das sichere Lesen maßstäblicher Grundrisse.
Ob sich die Eigenerstellung lohnt, hängt vom Objekt ab. Für ein kleines, übersichtliches Gebäude mit klaren Wegen, wenigen Aushangorten und einem vorhandenen, aktuellen Grundriss ist die Erstellung mit etwas Einarbeitung gut machbar. Bei großen, verschachtelten oder mehrgeschossigen Objekten, vielen Nutzungseinheiten oder Sonderbauten steigen Aufwand und Fehlerrisiko deutlich; hier ist ein Fachbetrieb oft die sichere Wahl. Wie die Vergabe an einen Dienstleister abläuft, behandelt ein eigener Beitrag – dieser Artikel beschreibt den Weg der Eigenerstellung.
- Keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung, Zertifizierung oder Zulassung für die Erstellung
- Grundsätzlich darf jede Person einen Flucht- und Rettungsplan zeichnen
- Verantwortlich für die Normkonformität bleibt der Arbeitgeber beziehungsweise Betreiber
- Rechtlicher Rahmen: Arbeitsstättenverordnung und ASR A1.3
- Faktisch nötig: Fachkunde in DIN ISO 23601, DIN EN ISO 7010 und vorbeugendem Brandschutz
- Sicheres Lesen und Prüfen maßstäblicher Grundrisse erforderlich
- Eigenerstellung realistisch bei kleinen, übersichtlichen Objekten
- Bei großen oder verschachtelten Gebäuden und Sonderbauten Fachbetrieb sinnvoll
Quellen: business-wissen.de — Einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: benötigte Kenntnisse (DIN ISO 23601, DIN ISO 7010, Brandschutz), Verantwortung des Arbeitgebers und Schritte , BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 , BAuA — ASR A1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (Ausgabe Februar 2013, zuletzt geändert 2022): wann ein Flucht- und Rettungsplan erforderlich ist
Welche Normen und Anforderungen gelten? (DIN ISO 23601:2021-11, DIN EN ISO 7010, ASR A1.3)
Bevor Sie zeichnen, sollten Sie klären, ob überhaupt ein Plan Pflicht ist. Für Arbeitsstätten richtet sich das nach der ASR A1.3 (Ausgabe Februar 2013, zuletzt geändert 2022) in Verbindung mit der Gefährdungsbeurteilung. Ein Flucht- und Rettungsplan ist in der Regel erforderlich bei unübersichtlicher Lage, größerer Ausdehnung der Arbeitsstätte, erhöhter Gefährdung oder wenn sich viele ortsunkundige Personen im Gebäude aufhalten. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung diese Notwendigkeit, muss der Plan bestimmten Gestaltungsregeln folgen.
Maßgeblich für die Gestaltung ist die DIN ISO 23601:2021-11 (Sicherheitskennzeichnung – Flucht- und Rettungspläne), die seit November 2021 gilt und die frühere Ausgabe 2010-12 ersetzt. Der Plan muss farbig angelegt sein; der Grundriss wird vorzugsweise im Maßstab 1:100 dargestellt (bei großen Gebäuden gröber, für einzelne Räume feiner). Als Format ist mindestens DIN A3 vorgesehen, DIN A4 nur für Einzelraumpläne wie Hotelzimmer. Der Standort des Betrachters wird als Punkt in der Sicherheitsfarbe Blau markiert, die Flucht- und Rettungswege werden hellgrün hinterlegt und mit grünen Richtungspfeilen des Typs D vom Standort aus geführt; der Hintergrund ist weiß oder nachleuchtend.
Die Sicherheitszeichen im Plan – Rettungszeichen an Ausgängen und Wegen, Brandschutzzeichen an Feuerlöschern und Meldern – richten sich nach der DIN EN ISO 7010:2020-07, die seit Juli 2020 gilt und die früheren Fassungen ablöst. Inhaltlich gehören außerdem Notausgänge, Sammelstelle(n), Erste-Hilfe- und brandschutztechnische Einrichtungen, Verhaltensregeln für den Brand- und Notfall sowie eine Legende in den Plan. Ausgehängt wird er gut sichtbar in etwa 1,60 m Höhe. Der Plan ist mindestens alle zwei Jahre auf Aktualität zu prüfen und bei jeder baulichen oder nutzungsbezogenen Änderung zu überarbeiten.
- Pflicht zum Plan richtet sich für Arbeitsstätten nach ASR A1.3 und der Gefährdungsbeurteilung
- In der Regel nötig bei unübersichtlicher Lage, großer Ausdehnung oder vielen ortsunkundigen Personen
- Gestaltung nach DIN ISO 23601:2021-11 (gültig seit November 2021, ersetzt 2010-12)
- Farbig, Maßstab vorzugsweise 1:100, Format mindestens DIN A3 (DIN A4 nur für Einzelräume)
- Standort des Betrachters als blauer Punkt, Fluchtwege hellgrün mit Richtungspfeilen Typ D
- Rettungs- und Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010:2020-07
- Inhalte: Wege, Notausgänge, Sammelstelle, Erste-Hilfe- und Brandschutzeinrichtungen, Verhaltensregeln, Legende
- Aushang gut sichtbar in etwa 1,60 m Höhe, mindestens alle zwei Jahre prüfen
Quellen: DIN Media — DIN ISO 23601:2021-11 Sicherheitskennzeichnung – Flucht- und Rettungspläne: aktuell gültige Ausgabe seit November 2021, ersetzt DIN ISO 23601:2010-12 , DGWZ — DIN EN ISO 7010:2020-07 Graphische Symbole, Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen: aktuelle Ausgabe seit Juli 2020 für Rettungs- und Brandschutzzeichen , BAuA — ASR A1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (Ausgabe Februar 2013, zuletzt geändert 2022): wann ein Flucht- und Rettungsplan erforderlich ist , TÜV SÜD — Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach DIN ISO 23601: Farben, blauer Standortpunkt, grüne Wege mit Richtungspfeilen Typ D, Inhalte und Überprüfung mindestens alle zwei Jahre
In sieben Schritten vom Grundriss zum Aushang
Ein strukturierter Ablauf verhindert die häufigsten Fehler. Schritt 1: Erforderlichkeit und Rechtsgrundlagen über die Gefährdungsbeurteilung und die ASR A1.3 klären. Schritt 2: einen aktuellen, maßstäblichen Grundriss beschaffen – idealerweise als CAD-Datei – und ihn vor Ort mit der Realität abgleichen, also Türen, Fenster, Treppen, Ausgänge und zwischenzeitliche Nutzungsänderungen prüfen. Schritt 3: die Standorte der einzelnen Aushangorte festlegen und die Flucht- sowie Rettungswege jeweils vom Betrachterstandort aus in Grün eintragen.
Schritt 4: die Sicherheitszeichen setzen – Rettungszeichen an Notausgängen und entlang der Wege, Brandschutzzeichen an Feuerlöschern, Meldern und Löscheinrichtungen, jeweils nach DIN EN ISO 7010. Schritt 5: Sammelstelle, Verhaltensregeln für Brand und Unfall sowie eine verständliche Legende ergänzen. Schritt 6: den Entwurf gegen die DIN ISO 23601 prüfen – Farben, Maßstab, Mindestgrößen der Zeichen und Schrift, Lesbarkeit und Vollständigkeit – und intern freigeben. Weil pro Standort die Blickrichtung wechselt, entsteht in der Regel je Aushangort ein eigener, standortbezogener Plan.
Schritt 7: den Plan an den vorgesehenen Stellen gut sichtbar in etwa 1,60 m Höhe anbringen und ihn mit der Beschilderung vor Ort sowie – falls vorhanden – mit der Brandschutzordnung konsistent halten. Danach beginnt die Pflege: mindestens alle zwei Jahre auf Aktualität prüfen und bei jeder baulichen oder organisatorischen Änderung sofort überarbeiten. Wer einzelne Schritte nicht selbst leisten möchte – etwa das normkonforme Zeichnen oder die fachliche Freigabe – kann diese gezielt an einen Dienstleister vergeben, ohne den gesamten Auftrag abzugeben.
- Schritt 1: Erforderlichkeit und Rechtsgrundlagen über die Gefährdungsbeurteilung klären
- Schritt 2: aktuellen, maßstäblichen Grundriss beschaffen und vor Ort abgleichen
- Schritt 3: Standorte festlegen und Flucht- sowie Rettungswege vom Standort aus eintragen
- Schritt 4: Rettungs- und Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010 setzen
- Schritt 5: Sammelstelle, Verhaltensregeln und Legende ergänzen
- Schritt 6: gegen DIN ISO 23601 prüfen (Farben, Maßstab, Zeichengröße) und freigeben
- Schritt 7: an den Aushangorten gut sichtbar anbringen und mit der Beschilderung abstimmen
- Danach mindestens alle zwei Jahre und bei jeder Änderung aktualisieren
Quellen: business-wissen.de — Einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: benötigte Kenntnisse (DIN ISO 23601, DIN ISO 7010, Brandschutz), Verantwortung des Arbeitgebers und Schritte , BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 , TÜV SÜD — Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach DIN ISO 23601: Farben, blauer Standortpunkt, grüne Wege mit Richtungspfeilen Typ D, Inhalte und Überprüfung mindestens alle zwei Jahre
Womit zeichnen? CAD-Programme, Fachsoftware und die Grenzen von Office
Für das Zeichnen gibt es drei übliche Wege. Der erste ist ein CAD-Programm: Liegt der Grundriss bereits als DWG- oder DXF-Datei vor, lässt er sich maßstabsgetreu weiterverwenden, und Sicherheitszeichen werden aus normkonformen Symbolbibliotheken eingefügt. Das setzt CAD-Kenntnisse voraus, liefert aber saubere, editierbare und maßhaltige Pläne – besonders geeignet, wenn ohnehin CAD-Grundrisse existieren.
Der zweite Weg ist spezialisierte Fluchtplan-Software. Sie bringt Vorlagen, geprüfte Symbolsätze nach DIN EN ISO 7010 und Automatismen für Maßstab, Zeichengrößen und mehrsprachige Beschriftung mit und kann DWG-, DXF- oder PDF-Dateien importieren. Für Ungeübte senkt das die Fehlerquote spürbar, weil viele Normvorgaben bereits hinterlegt sind. Funktionsumfang und Preis solcher Programme unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich, weshalb sich ein Vergleich vor dem Kauf lohnt.
Der dritte Weg zeigt zugleich: Ein spezielles Programm ist nicht zwingend nötig. Für einfache Fälle stellen etwa Berufsgenossenschaften kostenlose Baukästen bereit, zum Beispiel den PowerPoint-Baukasten der BGN mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3. Office-Programme wie Word oder PowerPoint stoßen jedoch an Grenzen: Sie bieten keinen exakten Maßstab, keinen DWG-Import und keine automatische Normprüfung, und das Platzieren der Symbole ist mühsam – für maßstäbliche Grundrisse großer Objekte sind sie kaum geeignet. Und wer die Erstellung vollständig an einen Fachbetrieb vergibt, benötigt selbst überhaupt keine Software, weil der Dienstleister Werkzeug und Fachkunde mitbringt.
- Drei Wege: CAD-Programm, spezialisierte Fluchtplan-Software oder Office-Baukasten
- CAD nutzt vorhandene DWG- oder DXF-Grundrisse maßstabsgetreu weiter
- Fachsoftware bringt geprüfte Symbolsätze, Automatismen und DWG-, DXF- und PDF-Import
- Funktionsumfang und Preis der Fachsoftware variieren je nach Anbieter
- Kostenloser PowerPoint-Baukasten der BGN mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3
- Grenzen von Word und PowerPoint: kein exakter Maßstab, kein DWG-Import
- Keine automatische Normprüfung und mühsame Symbolplatzierung in Office
- Wer die Erstellung vollständig vergibt, benötigt selbst gar keine Software
Quellen: BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 , DGWZ — DIN EN ISO 7010:2020-07 Graphische Symbole, Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen: aktuelle Ausgabe seit Juli 2020 für Rettungs- und Brandschutzzeichen
Vorlagen und Symbole: Word-, DWG- und Gratis-Downloads richtig einordnen
Word-Vorlagen für Flucht- und Rettungspläne sind frei erhältlich und lassen sich in gängigen Textverarbeitungen öffnen und anpassen. Ihr Vorteil liegt im schnellen Einstieg: Titelblock, Legende, Verhaltensregeln und das grundsätzliche Layout sind bereits vorstrukturiert, und die Einstiegshürde ist niedrig. Die Grenze ist ebenso klar: Eine reine Word-Vorlage liefert selten einen maßstäblichen, prüffähigen Grundriss und ist nicht automatisch normkonform. Sie eignet sich eher für den textlichen Rahmen und einfache Aushänge als für den eigentlichen, maßhaltigen Plan.
Eine Vorlage im DWG-Format setzt an anderer Stelle an. DWG und DXF sind die Austauschformate der CAD-Welt; eine Datei in diesem Format lässt sich in CAD-Programme laden und direkt in den vorhandenen Grundriss einfügen, wobei die Objekte maßstäblich und editierbar bleiben. Symbolsammlungen für Rettungs- und Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010 gibt es als JPG und PDF sowie editierbar als DWG oder DXF. Das ist besonders praktisch, wenn ein CAD-Grundriss ohnehin vorliegt: Die Zeichen werden lagerichtig und in korrekter Größe positioniert, statt sie mühsam nachzubauen.
Bei kostenlosen Downloads ist Ehrlichkeit angebracht: „Kostenlos“ bedeutet nicht automatisch „aktuell“ und „normkonform“. Prüfen Sie, ob eine Vorlage oder Symbolbibliothek den geltenden Ausgaben – DIN ISO 23601:2021-11 und DIN EN ISO 7010:2020-07 – entspricht und aus einer verlässlichen Quelle stammt. Fachlich gepflegte Angebote der Berufsgenossenschaften und der DGUV sind eine gute Anlaufstelle. Unabhängig von der Vorlage bleibt die Verantwortung für Richtigkeit und Vollständigkeit immer beim Ersteller beziehungsweise Betreiber.
- Word-Vorlagen erleichtern Titelblock, Legende und Verhaltensregeln
- Reine Word-Vorlage liefert selten einen maßstäblichen, prüffähigen Grundriss
- Vorlagen sind nicht automatisch normkonform – Inhalte selbst verantworten
- DWG und DXF sind die Austauschformate der CAD-Welt
- DWG-Vorlage oder -Symbole lassen sich direkt in den CAD-Grundriss einfügen
- Symbolsammlungen nach DIN EN ISO 7010 gibt es als JPG, PDF, DWG und DXF
- Kostenlos bedeutet nicht automatisch aktuell und normkonform
- Verlässliche Quellen: Baukästen und Symbolbibliotheken der Berufsgenossenschaften und DGUV
Quellen: BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 , DGWZ — DIN EN ISO 7010:2020-07 Graphische Symbole, Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen: aktuelle Ausgabe seit Juli 2020 für Rettungs- und Brandschutzzeichen , DIN Media — DIN ISO 23601:2021-11 Sicherheitskennzeichnung – Flucht- und Rettungspläne: aktuell gültige Ausgabe seit November 2021, ersetzt DIN ISO 23601:2010-12
Häufige Fragen zum Flucht- und Rettungsplan in Eigenregie
Ist eine Zertifizierung oder ein Sachkundenachweis vorgeschrieben, um Flucht- und Rettungspläne zu erstellen?
Nein, für die Erstellung selbst gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierung, geschützte Berufsbezeichnung oder behördliche Zulassung. Entscheidend ist nicht ein Nachweis, sondern dass der Plan aktuell, gut lesbar und normkonform nach DIN ISO 23601 und DIN EN ISO 7010 ist; die Verantwortung dafür trägt der Arbeitgeber beziehungsweise Betreiber. In der Praxis ist deshalb Fachkunde nötig, und bei komplexen Objekten empfiehlt es sich, die Erstellung oder zumindest die Prüfung durch eine fachkundige Person vornehmen zu lassen.
Quellen: business-wissen.de — Einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: benötigte Kenntnisse (DIN ISO 23601, DIN ISO 7010, Brandschutz), Verantwortung des Arbeitgebers und Schritte , BAuA — ASR A1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (Ausgabe Februar 2013, zuletzt geändert 2022): wann ein Flucht- und Rettungsplan erforderlich ist
Reicht Word oder PowerPoint für einen normkonformen Flucht- und Rettungsplan?
Für sehr einfache, überschaubare Fälle kann das genügen, etwa mithilfe eines fertigen Baukastens wie dem PowerPoint-Baukasten der BGN mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3. Die Grenzen von Office-Programmen sind aber deutlich: kein exakter Maßstab, kein DWG-Import und keine automatische Prüfung gegen die Normvorgaben. Sobald ein maßstäblicher Grundriss eines größeren Objekts gefragt ist, sind ein CAD-Programm oder spezialisierte Fluchtplan-Software die verlässlichere Wahl.
Quellen: BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 , TÜV SÜD — Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach DIN ISO 23601: Farben, blauer Standortpunkt, grüne Wege mit Richtungspfeilen Typ D, Inhalte und Überprüfung mindestens alle zwei Jahre
Wie oft muss ich einen selbst erstellten Plan aktualisieren?
Ein Flucht- und Rettungsplan sollte mindestens alle zwei Jahre auf seine Aktualität überprüft werden. Unabhängig davon ist er sofort zu überarbeiten, sobald sich die bauliche Anlage oder die Brandschutz- und Notfallmaßnahmen ändern – etwa durch Umbauten, geänderte Wege, neue Nutzungen oder verlegte Löscheinrichtungen. Achten Sie außerdem darauf, dass Plan, Beschilderung vor Ort und eine eventuelle Brandschutzordnung stets zueinander passen.
Quellen: TÜV SÜD — Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach DIN ISO 23601: Farben, blauer Standortpunkt, grüne Wege mit Richtungspfeilen Typ D, Inhalte und Überprüfung mindestens alle zwei Jahre , DIN Media — DIN ISO 23601:2021-11 Sicherheitskennzeichnung – Flucht- und Rettungspläne: aktuell gültige Ausgabe seit November 2021, ersetzt DIN ISO 23601:2010-12
Kann ich einen vorhandenen CAD-Grundriss im DWG-Format als Basis nutzen?
Ja, das ist sogar der bequemste Ausgangspunkt. Ein DWG- oder DXF-Grundriss lässt sich in ein CAD-Programm oder in spezialisierte Fluchtplan-Software importieren und bleibt dabei maßstäblich, sodass Sie nur noch Wege, Standort und Sicherheitszeichen ergänzen müssen. Verwenden Sie dazu Symbolbibliotheken für Rettungs- und Brandschutzzeichen nach der aktuellen DIN EN ISO 7010:2020-07 und prüfen Sie, dass die Zeichen in korrekter Größe und lagerichtig eingefügt sind.
Quellen: DGWZ — DIN EN ISO 7010:2020-07 Graphische Symbole, Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen: aktuelle Ausgabe seit Juli 2020 für Rettungs- und Brandschutzzeichen , BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3
Brauche ich überhaupt Software, wenn ich den Plan erstellen lasse?
Nein. Wenn Sie die Erstellung an einen Fachbetrieb vergeben, benötigen Sie selbst weder ein spezielles Programm noch die entsprechende Fachkunde, denn der Dienstleister bringt beides mit. Sie stellen lediglich die Grundlagen bereit, etwa aktuelle Grundrisse als DWG oder PDF, Angaben zu Nutzung und Aushangorten sowie vorhandene Unterlagen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn die Eigenerstellung zu aufwendig ist oder die Normkonformität rechtssicher dokumentiert sein soll.
Quellen: business-wissen.de — Einen Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: benötigte Kenntnisse (DIN ISO 23601, DIN ISO 7010, Brandschutz), Verantwortung des Arbeitgebers und Schritte , BGN Branchenwissen — Flucht- und Rettungsplan selbst erstellen: PowerPoint-Baukasten und Symbolbibliothek mit Sicherheitszeichen nach ASR A1.3